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Rückblick auf den 8. Museggträff – Durch Raum und Zeit im Gletschergarten
18. September 2020

Wildbienen: Heimliche Bewohner der Museggmauer

Wildbiene: Heimliche Bewohner der Museggmauer

Die Museggmauer bietet nebst einer Vielfalt von Pflanzen auch vielen Tieren – gross oder klein – einen Lebensraum, welcher durch die Sanierung der Museggmauer aufwendig geschützt wurde. So auch das Habitat der Wildbiene. Vom frühen Frühling bis gegen Herbst führen die verschiedenen Wildbienenarten entlang der Mauer und in unseren Gärten ein mehr oder weniger heimliches Leben. Jede Art lebt anders – sie unterscheiden sich in Nahrung, Nistplätzen, Nistmaterial, Brutpflege, Organisation des Zusammenlebens und in ihrer Lebensdauer.

Die Wildbienen sind fleissige Bestäuberinnen und nehmen eine wichtige Rolle in der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen ein. Laut der Webseite von umweltberatung-luzern.ch, geht man von einem Wert der Bestäubung in der Landwirtschaft weltweit von ca. 153 Milliarden Euro pro Jahr aus. Alleine für die Schweiz sind dies, laut Agroscope 2017, 205-479 Mio. Franken. Wildbienen sind effizienter als die bekannte Honigbiene. Zum Vergleich: um einen Hektar Apfelbäume zu bestäuben werden einige tausend Honigbienenarbeiterinnen benötigt, im Gegenzug macht dies die Wildbiene mit wenigen hundert Exemplaren.

Was brauchen Wildbienen?

Wildbienen brauchen für die Vermehrung einen Nistplatz, Nahrung und Baumaterial. Wichtig ist, dass diese drei Faktoren in der Nähe sind. Man geht von einem Flugradius von ca. 150 bis 1000m aus. Die meisten Wildbienenarten, ca. 75% nisten unterirdisch in Bodenstrukturen und Steilwänden, 19% in Hohlräumen, 3% im morschen Holz, Markstängeln oder sogar in verlassenen Schneckenhäusern. Bei ca. 3% der Arten ist der Nistplatz unbekannt. Die Wildbienen sind auf spezifisches zahlreiches Blütenangebot angewiesen.

Und wie sieht es nun mit der Population in der Stadt Luzern und rund um die Museggmauer aus?

Man kann davon ausgehen, dass die Mauer eine entsprechende Lebensraumfunktion aufweist, da es eine Vielfallt an möglichen Nistplätzen an der Mauer gibt sowie ein Blütenangebot im näheren Umfeld vorhanden ist. Genaue Erhebungen gibt es jedoch bis heute nicht.

Wildbienen gehören in die Klasse der Insekten, die in der Ordnung der Hautflügler zusammengefasst werden. Weltweit werden über 16’000 Bienenarten beschrieben. In der Schweiz sind die Wildbienen mit 615 Arten vertreten, davon sind ca. 45% bedroht. Die meisten Wildbienen leben im Gegenzug zu der bekannten Westlichen Honigbiene solitär, sprich allein und werden zwischen 4 bis 6 Wochen alt. In dieser Zeit bauen sie ihr Nest und beschaffen Nahrung für die Larven.

Dieser Artikel erschien in der Museggmauer-Zytig 2020 – jetzt die ganze Ausgabe Nr. 21 lesen

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